Mittwoch, 22. Februar 2023

Wie viel Konfetti passt in dein Herz?

 Bunt. Laut. Viel. 

Du stehst im gleißenden Sonnenlicht. Dein Blick wandert über den Horizont. Das weite Meer versinkt in deinen Augen und ein Lächeln huscht über deine Lippen. Deine Socken sind verschiedenfarbig und an deiner Haut klebt der Sand. Es riecht nach frisch gebackenen Crêpes, nach etwas Zitrone und nach Freiheit. 

Du beginnst zu rennen. Auf dem weichen Untergrund fühlt es sich fast an wie schweben. Deine Schritte werden immer schneller. Kurz bevor du vom Boden abhebst, stürzt du dich in die türkisblauen Wellen. Die See ist rau, der Himmel klar. Du bist glücklich. Du tauchst immer tiefer. Bis zum Grund. Eine kleine Luftblase steigt hinauf, bis sie letztendlich an der Oberfläche verpufft. 

Donnerstag, 28. Juli 2022

Stromausfall.

Time flies. Time stops. Time rises. Time runs. Time stumbles. Time implodes.

Ein heller Blitz, so intensiv wie das Gefühl des freien Falls. Ein schriller Ton für den Bruchteil einer Sekunde. Plötzlich erlischt das Licht. Alle Farben werden von einem tiefen Schwarz erdrückt und deine Ohren aktivieren den Noise-Cancelling Modus. Ein letztes Zucken in der Spitze deines rechten Zeigefingers. Ein letzter Luftstrom bahnt sich den Weg in deine Lungen. Dann versagt die Zeit und du kommst zum absoluten Stillstand. 

Time flies. Time stops. Time rises. Time runs. Time stumbles. Time implodes.

Ein Regenbogen, so klar wie das Strahlen deiner Augen im Sonnenlicht. Ein lautes Lachen in Mitten purer Euphorie. Plötzlich zieht Dunkelheit auf. Jeder Sonnenstrahl wird von einer erdrückenden Wolkendecke verschluckt und deine Mundwinkel sinken herab. Ein letztes Zucken deines linken Augenlids. Ein letzte warme Berührung wird von deinem Tastsinn erahnt. Dann versagt die Zeit und du kommst zum absoluten Stillstand. 

Life flies. Life stops. Life rises. Life runs. Life stumbles. Life implodes.

Ein Herzschlag, so stark wie der Bass unter deinen tanzwütigen Füßen letzte Nacht. Ein lautes Knacken in deinem Kopf. Plötzlich versagt dein Herz. Jede Muskelzelle relaxiert und deine Farbe weicht aus deinem Gesicht. Ein letztes Blinzeln deiner müden Augen. Ein letzter erstickter Ton aus deiner trockenen Kehle. Dann versagt die Zeit und du kommst zum absoluten Stillstand. 

Dienstag, 27. Juli 2021

Mein schönstes Deja-Vu

& an jeder Straßenecke denk ich wieder da stehst du. 

Ich glaub das hört nie auf denn du bist mein schönstes Deja-Vu.

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Als der letzte Akt begann, hatten wir keinen blassen Schimmer, wie greifbar nah das bereits zu Beginn absehbare Ende war. Hab dich kaum noch erkannt, als ich dir plötzlich so fremd war. Doch die Person, die du kanntest, ist mir fremd. Das Versprechen, immer für einander da zu sein, verhallt als leises Echo in unserer Erinnerung. Unserer Erinnerung an uns. An bessere Zeiten. Dem Verlangen folgte die Überdosis und wir erwachten in einem nicht enden wollenden Kater. Hielten fest an dem Gefühl des Rauschs, doch dieses High kam nie mehr zurück. Hielten den Schmerz aus, hielten uns aus, hielten einander fest. Doch ist erst Gift im System, ist der Verfall nicht mehr zu stoppen. Bist du noch in der Stadt? Kann deinen Atem nicht mehr spüren. Deine Wege nicht mehr fühlen. Als wären die Straßen leer gefegt. Und du ebenso aus meinem Leben. Beste Freunde, in allen Zeiten. Egal wie schwer der Weg auch wird. Haben wir uns geschworen. Uns das Wort gegeben & das Glas erhoben. Doch am Ende bleiben das nur vergängliche Worte. Nur Schall und Rauch. Ich werde dich immer lieben & immer für dich da sein. Vielleicht kannst du das irgendwo in dir noch spüren. Denn sagen kann ich es dir leider nicht mehr. Und wo immer du auch bist, ich werde bei jeder noch so schwierigen Entscheidung an dich denken. Und jedes Lächeln werde ich mit dir teilen wollen. So wie es immer war, doch nie wieder sein wird. 

Doch dein Song bleibt auf ewig. 

Machs gut. 

Samstag, 6. Februar 2021

Rock paper scissors.

Wir spielen Schere, Stein, Papier. Du nimmst Brunnen & ich falle wieder in dich hinein. Wähle ich Papier, um den Abgrund zu verdecken, kocht die Schwärze darin über und tränkt das Blatt solange in seiner Finsternis, bis es gänzlich darin verschwindet. Du sagst, ich hätte die Wahl, doch die hatten wir beide nie. Du sagst, ich könne das Spiel verlassen, doch wir wechseln lediglich ins nächste Level, sodass unser Sturz nur immer tiefer und fataler enden wird. Als mein Herz mit deinem eiskalten Blick kollidierte, war da dieser Riss im Raum, in der Zeit. Von der Neugier getrieben, gingen wir nur einen Schritt zu weit. Jetzt finden wir den Ausgang nicht mehr, denn der Riss hat sich hinter uns geschlossen. Unsere Schritte lassen sich nie mehr rückgängig machen. Wir schweben zwischen Realität und Hoffnung, zwischen zu viel Gefühl und der permanenten Taubheit, zwischen den Funken in der Luft und der katastrophalen Explosion. Wir waren von der ersten Sekunde an zum Scheitern verurteilt und haben das Verfallsdatum bereits überschritten. Doch sag mir, wie sehr liebst du die Vergänglichkeit wirklich, wenn uns am Ende nichts mehr von uns bleibt, als ein paar Zeilen in deinem Song? 

Mittwoch, 19. August 2020

Ein Text über die Vergänglichkeit unserer Tränen.

Der sanfte Schein der Lichterkette spiegelt sich in meinem Glas, in meinen Augen, auf meiner Haut. Die Sonne ist untergegangen, warmer Wind streicht mir kaum spürbar die Haare aus meinem Gesicht. Augenlider schließen sich, atme tief ein und die lila Wolken wieder aus. Die Stadt um mich herum ist still, so still wie nie zuvor und auch in mir kehrt Ruhe ein. Nach mehreren hundert Zeilen, die ich vor Jahren verfasst habe lächle ich mild in den Sternenhimmel. Zeilen, die von den Hoch- und Tiefpunkten vergangener Jahre erzählen. Von einem Mädchen, dass nie erwachsen werden wollte. Von einem Mädchen mit einer tief sitzenden Angst vor der Einsamkeit und vor sich selbst. Von einem Mädchen, dass damals noch nicht wusste, dass man niemals wirklich "erwachsen" wird. Von einem Mädchen, dass damals noch nicht wusste, wie schön die Einsamkeit sein kann, wenn man vor sich selbst keine Angst mehr hat. 

Jeder Ratschlag klang so irrational - fernab jeglicher Realität. Zahlreiche Nächte am Rande des Abgrunds, zahlreiche Gläser am Rande der Kraft. Stets nach dem Glück in anderen, anstatt in sich selbst gesucht und dabei nicht erkannt, dass das Glück stets zum Greifen nah war, stets zum Greifen nah ist. Der steinige Weg bis zur Einsicht scheint rückblickend so kurz, doch jeder Schritt vom Tal in Richtung Bergspitze erschien im Moment des Geschehens, als wäre es der letzte noch mögliche Schritt. Doch jeder Schritt über das scheinbar Unmögliche hinaus gibt heute die Sicherheit, dass alles möglich ist. Nicht, weil wir fest daran glauben - sondern weil wir es wollen und nicht aufgeben. 



Und schlussendlich denk ich, kann ich auch ohne dich - ich will es nur nicht. Und eigentlich ist das auch unwichtig. Bist für mich wärmendes Licht und das hat viel mehr Gewicht, als ein übertriebenes Liebesgedicht - oder Zeilen in einem Lied, von dir für mich. 

Donnerstag, 13. August 2020

Der laute Knall schleicht auf Zehenspitzen

Und du fragst dich, wie das ist, dieser freie Fall. Dieses kribbeln überall. Es beginnt mit einem lauten Knall. Du spürst das Blitzen der Neuronen, aus dir strömen Emotionen, lass es zu, es kann sich lohnen. Doch es könnte deinen Atem rauben, deshalb liegt Furcht in deinen Augen 

- weil du Angst hast zu ersticken. 



Laue Sommernacht, für eine Sekunde mal nicht nachgedacht.

Späti-Bier, für eine Sekunde bist du einfach nur hier. 

Blicke funkeln wie Kristall - in der nächsten Sekunde plötzlich freier Fall.



Deine Furcht löst sich auf in Luft, denn es ist nicht wie eine Sucht. Ist eher wie "zu Hause sein", eher wie ein Versprechen "ich lass dich nicht allein". Gibt dir Halt und Mut, tut dir einfach nur gut. Du brauchst kein Ziel, erwartest gar nicht viel. 

- musst plötzlich lächeln und verstehst, dass du gefunden hast, wonach du niemals gesucht hast. 

Sonntag, 9. August 2020

Na, Kater?

- [Vergangenheit] : Seit Freitagabend einen im Tee - draußen brennt der Sommer, doch jeder Sonntag ist bedeckt mit Schnee. Dein Herz schon eiskalt, wirkst so müde und alt - zu verfeiert, zu verbraucht, wieso hörst du nicht auf? Wieso weinst du & flehst, wenn du die gleichen Fehler doch immer wieder begehst?  

- [Gegenwart] : Blütenblätter mischen sich mit Kippenresten im Sommerregen auf dem glühenden Asphalt - der Dreck der Stadt und die letzten Erinnerungen der vergangenen Nächte werden mit ihm in die Kanalisation gespült. Du kannst den Duft von Freiheit spüren & fühlst, wie die vergangenen ausgedehnten Nächte von Freitag auf Sonntag dem Weg des Sommerregenstroms in die Tiefe folgen. Aus deiner Bluse wäscht sich die rote Farbe heraus und mit ihr verblassen die Erinnerungen, bis du sie letztendlich endgültig ziehen lässt. Du blickst noch einmal zurück, denkst an all die Momente in schwarz weiß, an jeden Augenblick in deinen grauen Laufschuhen, in denen du verzweifelt ins Leere gerannt bist und den Regenbogen in deinem Rücken nicht sehen konntest. Alles, was du dir wünscht, ist, dass er eines Tages nicht mehr sonntags wie aus Gewohnheit fragen muss, ob du schon oder immer noch wach bist. Und mit diesem Gedanken lässt du deinen weißen Kater los und siehst ihm noch ein letztes Mal hinterher, wie er mit dem Sommerregen in der Kanalisation verschwindet. 

- [Zukunft] : Um dich wird der Freitag laut, warme Sommerluft streichelt sanft deine Haut. Hast kaum noch dran geglaubt, doch auch der letzte Schnee ist schlussendlich getaut. Nach den schlaflosen Stunden, den Schnitten und Wunden, den zähen Sekunden, hat der Winter in dir nun ein Ende gefunden. Das Grau der betonierten Straßen ist nun schon in rosa gehüllt, die Straßen von den Klängen der Straßenmusikanten gefüllt und du folgst diesen Klängen - nicht um wegzurennen, nicht um etwas zu verdrängen - das kann plötzlich jeder an deinem Lächeln erkennen. 


- Danke. 

Wie viel Konfetti passt in dein Herz?

 Bunt. Laut. Viel.  Du stehst im gleißenden Sonnenlicht. Dein Blick wandert über den Horizont. Das weite Meer versinkt in deinen Augen und e...