Mittwoch, 19. August 2020

Ein Text über die Vergänglichkeit unserer Tränen.

Der sanfte Schein der Lichterkette spiegelt sich in meinem Glas, in meinen Augen, auf meiner Haut. Die Sonne ist untergegangen, warmer Wind streicht mir kaum spürbar die Haare aus meinem Gesicht. Augenlider schließen sich, atme tief ein und die lila Wolken wieder aus. Die Stadt um mich herum ist still, so still wie nie zuvor und auch in mir kehrt Ruhe ein. Nach mehreren hundert Zeilen, die ich vor Jahren verfasst habe lächle ich mild in den Sternenhimmel. Zeilen, die von den Hoch- und Tiefpunkten vergangener Jahre erzählen. Von einem Mädchen, dass nie erwachsen werden wollte. Von einem Mädchen mit einer tief sitzenden Angst vor der Einsamkeit und vor sich selbst. Von einem Mädchen, dass damals noch nicht wusste, dass man niemals wirklich "erwachsen" wird. Von einem Mädchen, dass damals noch nicht wusste, wie schön die Einsamkeit sein kann, wenn man vor sich selbst keine Angst mehr hat. 

Jeder Ratschlag klang so irrational - fernab jeglicher Realität. Zahlreiche Nächte am Rande des Abgrunds, zahlreiche Gläser am Rande der Kraft. Stets nach dem Glück in anderen, anstatt in sich selbst gesucht und dabei nicht erkannt, dass das Glück stets zum Greifen nah war, stets zum Greifen nah ist. Der steinige Weg bis zur Einsicht scheint rückblickend so kurz, doch jeder Schritt vom Tal in Richtung Bergspitze erschien im Moment des Geschehens, als wäre es der letzte noch mögliche Schritt. Doch jeder Schritt über das scheinbar Unmögliche hinaus gibt heute die Sicherheit, dass alles möglich ist. Nicht, weil wir fest daran glauben - sondern weil wir es wollen und nicht aufgeben. 



Und schlussendlich denk ich, kann ich auch ohne dich - ich will es nur nicht. Und eigentlich ist das auch unwichtig. Bist für mich wärmendes Licht und das hat viel mehr Gewicht, als ein übertriebenes Liebesgedicht - oder Zeilen in einem Lied, von dir für mich. 

Donnerstag, 13. August 2020

Der laute Knall schleicht auf Zehenspitzen

Und du fragst dich, wie das ist, dieser freie Fall. Dieses kribbeln überall. Es beginnt mit einem lauten Knall. Du spürst das Blitzen der Neuronen, aus dir strömen Emotionen, lass es zu, es kann sich lohnen. Doch es könnte deinen Atem rauben, deshalb liegt Furcht in deinen Augen 

- weil du Angst hast zu ersticken. 



Laue Sommernacht, für eine Sekunde mal nicht nachgedacht.

Späti-Bier, für eine Sekunde bist du einfach nur hier. 

Blicke funkeln wie Kristall - in der nächsten Sekunde plötzlich freier Fall.



Deine Furcht löst sich auf in Luft, denn es ist nicht wie eine Sucht. Ist eher wie "zu Hause sein", eher wie ein Versprechen "ich lass dich nicht allein". Gibt dir Halt und Mut, tut dir einfach nur gut. Du brauchst kein Ziel, erwartest gar nicht viel. 

- musst plötzlich lächeln und verstehst, dass du gefunden hast, wonach du niemals gesucht hast. 

Sonntag, 9. August 2020

Na, Kater?

- [Vergangenheit] : Seit Freitagabend einen im Tee - draußen brennt der Sommer, doch jeder Sonntag ist bedeckt mit Schnee. Dein Herz schon eiskalt, wirkst so müde und alt - zu verfeiert, zu verbraucht, wieso hörst du nicht auf? Wieso weinst du & flehst, wenn du die gleichen Fehler doch immer wieder begehst?  

- [Gegenwart] : Blütenblätter mischen sich mit Kippenresten im Sommerregen auf dem glühenden Asphalt - der Dreck der Stadt und die letzten Erinnerungen der vergangenen Nächte werden mit ihm in die Kanalisation gespült. Du kannst den Duft von Freiheit spüren & fühlst, wie die vergangenen ausgedehnten Nächte von Freitag auf Sonntag dem Weg des Sommerregenstroms in die Tiefe folgen. Aus deiner Bluse wäscht sich die rote Farbe heraus und mit ihr verblassen die Erinnerungen, bis du sie letztendlich endgültig ziehen lässt. Du blickst noch einmal zurück, denkst an all die Momente in schwarz weiß, an jeden Augenblick in deinen grauen Laufschuhen, in denen du verzweifelt ins Leere gerannt bist und den Regenbogen in deinem Rücken nicht sehen konntest. Alles, was du dir wünscht, ist, dass er eines Tages nicht mehr sonntags wie aus Gewohnheit fragen muss, ob du schon oder immer noch wach bist. Und mit diesem Gedanken lässt du deinen weißen Kater los und siehst ihm noch ein letztes Mal hinterher, wie er mit dem Sommerregen in der Kanalisation verschwindet. 

- [Zukunft] : Um dich wird der Freitag laut, warme Sommerluft streichelt sanft deine Haut. Hast kaum noch dran geglaubt, doch auch der letzte Schnee ist schlussendlich getaut. Nach den schlaflosen Stunden, den Schnitten und Wunden, den zähen Sekunden, hat der Winter in dir nun ein Ende gefunden. Das Grau der betonierten Straßen ist nun schon in rosa gehüllt, die Straßen von den Klängen der Straßenmusikanten gefüllt und du folgst diesen Klängen - nicht um wegzurennen, nicht um etwas zu verdrängen - das kann plötzlich jeder an deinem Lächeln erkennen. 


- Danke. 

Wie viel Konfetti passt in dein Herz?

 Bunt. Laut. Viel.  Du stehst im gleißenden Sonnenlicht. Dein Blick wandert über den Horizont. Das weite Meer versinkt in deinen Augen und e...